von ralph
Im Flugzeug von Lissabon zurück nach Köln habe ich endlich Gelegenheit die letzten Tage beim Betsson Estoril LIVE Event ein wenig aufzuarbeiten. Tolle, aufregende und reichlich verrückte Tage konnte ich da auf unserer Pressetribüne im Casino Estoril erleben.
Direkt an meinem Tisch hatten die Kollegen Jan „Ich kann es nicht fassen!“ Meinert, Toni „Ich habe schon wieder mit der Nuts verloren“ Vardjavand (beide Pokerolymp), Jan „Peter“ Jachtmann (Pokerblatt), Roy „Royal“ Decker (Royal Flush), Stephan „Redbull-Vernichter“ Hachmeister (Pokerfirma) und Martin „Die moralische Instanz aus Österreich“ Tschiggerl (Ace-Mag) ihre Plätze eingenommen.
Rückblickend ist es extrem verwunderlich, dass wir auch nur einen einzigen Text online gestellt haben. Die Stimmung unter uns war - gelinde gesagt - ausgelassen. Eine große, laute und lachende Redaktionsfamilie halt.
Das alles stand im starken Kontrast zu den uns umgebenden Kollegen aus den skandinavischen Ländern. Ich bin mir sicher, wenn die Burschen jetzt noch Deutsch lernen, dann kann der Pokerjournalist hierzulande einpacken. Ja, die Kollegen saßen drei Tage lang stumm an ihren Kisten und haben in die Tasten gehauen. Ich könnte schwören, nie einen der Burschen essen, trinken, atmen oder reden gesehen zu haben. Der Gesamtausstoß dieser Schreib-Roboter muss knapp über den gesammelten Werken von Karl May gelegen haben - oder sie haben einfach nur das Telefonbuch von Lissabon abgetippt, um unseren verrückten Haufen zu beeindrucken.
Trotz dieser arbeitsfeindlichen Atmosphäre sind uns dann doch noch einige sehr gute Berichte und Live-Kommentare gelungen. Es war ein wirklich rührendes Bild anzusehen, wie sich die sonst konkurrierenden Redakteure gegenseitig mit Links, Quellen und bissigen Kommentaren ausgeholfen haben. Der Betsson Event hat das Gefüge der deutschen Pokerpresse nachhaltig verändern. Das gilt zumindest solange, wie keiner von uns dem inneren Druck nachgibt und die „lustigen“ bis desaströsen Geschichten, die sich über die Tage gesammelt haben, ins Netz stellt oder auch nur seinem Friseur erzählt. Dann wäre der Frieden von Estoril sicher schlagartig zu Ende.
Aber ich werde zumindest nicht der Erste sein – versprochen!